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Wandern

Kurt-Preywisch-Wanderweg ab Höxter

· 1 Bewertung · Wandern · Teutoburger Wald
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Tourist-Information Höxter Verifizierter Partner 
  • Kathagenberg und Fürstenberg
    / Kathagenberg und Fürstenberg
    Foto: Sigurd Ehlert, Sigurd Ehlert
  • Freizeitanlage Höxter-Godelheim
    / Freizeitanlage Höxter-Godelheim
    Foto: Stadt Höxter, Tourist-Information Höxter
  • Kirche in Boffzen
    / Kirche in Boffzen
    Foto: Tourist-Information Fürstenberg, Tourist-Information Höxter
  • Startpunkt des Rundwanderweges
    / Startpunkt des Rundwanderweges
    Foto: Stephan Berg, Stadt Höxter
  • Naturschutzgebiet Ziegenberg
    / Naturschutzgebiet Ziegenberg
    Foto: M. Koch, Stadtarchiv Höxter, Tourist-Information Höxter
  • Gebiet Taubenborn im Frühjahr
    / Gebiet Taubenborn im Frühjahr
    Foto: M. Koch, Stadtarchiv Höxter, Tourist-Information Höxter
  • / NSG Taubenborn-Grundlosen
    Foto: M. Koch, Stadtarchiv Höxter, Tourist-Information Höxter
  • / Fachwerk in Godelheim
    Foto: Hubertus Grimm, Stadt Höxter
0 150 300 m km 2 4 6 8 10 10,5 km Länge Freizeitanlage Höxter-Godelheim Godelheim, Höxteraner Ortsteil Barbaraquelle Quelle Taubenborn

Er war eine nicht weg zu denkende Größe in Höxter und ist Kennern der Biologie und Geographie durchaus bekannt: Kurt Preywisch. Um ihn zu ehren, hat der Heimat- und Verkehrsverein Höxter e.V. einen Wanderweg in der Region nach Kurt Preywisch benannt, welcher rund um das Landschaftsschutzgebiet Godelheimer Seenplatte-Ziegenberg führt. Wandeln Sie auf seinen Spuren und erfahren Sie an vielen Informationstafeln Wissenswertes über Flora und Fauna.
leicht
10,5 km
2:30 h
23 hm
23 hm
Dieser kurze aber recht erlebnisreiche Weg führt Sie vorbei an vielen natur- und kulturgeschichtlichen Besonderheiten. 

Gleich zu Beginn Ihrer Rundwanderung stehen Sie auf einem echten Prachtstück Höxters: Der Weserbrücke. Diese wurde am   28. April 1956 dem Verkehr übergeben und blickt auf eine sehr ereignisreiche Geschichte zurück. Bereits 1115 lässt sich schon eine Brücke nachweisen. Diese wurde nach Naturkatastrophen und kriegerischen Auseinandersetzungen mehrfach zerstört. Als im Jahre 1673 das Bauwerk durch französische Truppen abermals zerstört wurde, fehlte der Stadt, die wirtschaftlich darnieder lag, die Kraft zum Wiederaufbau. So bestand zwischen 1673 und 1831 lediglich ein Fährbetrieb. Die 1831 erbaute Brücke wurde in den Jahren 1930 bis 1932 erneuert und den Erfordernissen der Weserschifffahrt angepasst. Im Jahre 1945 wurde die Brücke noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges durch deutsche Truppen gesprengt. Bereits im Dezember 1945 konnte eine Behelfsbrücke dem Verkehr übergeben werden. Diese wurde nach dem Neubau der heutigen Brücke abgebrochen. Sie befand sich von Höxter kommend rechts neben dem heutigen Brückenbauwerk. 

Weiter auf Ihrem Weg gelangen Sie zur Freizeitanlage Höxter-Godelheim - ein wahres Freizeitparadies für die ganze Familie. Einst durch den Abbau von Sand und Kies entstanden, bietet sich hier heute ein 300 Meter langer angelegter Badestrand. Spielgeräte für Kinder sowie ein Beach- und Volleyballfeld runden das Angebot ab. Ornithologisch interessant  ist dieses Gebiet während der Wintermonate. Hier lassen sich Rastvögel und seltene Wintergäste beobachten. 

Wo sich der Weg dem Weserufer nähert, hat sich in früherer Zeit eine Furt befunden. Sie erblicken auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses das Dorf Boffzen. Unter mächtigen Baumwipfeln erkennen Sie den Turm der kleinen Dorfkirche und das Pfarrhaus. Während der Sommermonate 1873 und 1875 hat Wilhelm Raabe dort bei seinem Schwager, dem Boffzener Pastor Lois Tappe (1867 – 1879 Pfarrer in Boffzen) gewohnt. Hier sammelte er auch Ideen und Motive für seine Romane „Hastenbeck“, „Horacker“ und „Höxter und Corvey“. Das alte Pfarrhaus ist nicht mehr erhalten. Der steinerne Tisch und die Raabe-Buche im Pfarrgarten künden aber bis heute von jener Zeit. 

Auf steilem Felsen - dem Kathagenberg - liegt das ehemalige braunschweigische Schloss Fürstenberg. Hier wurde im Jahre 1747 die berühmte Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG eingerichtet. Besondere Verdienste darum erwarb sich  der braunschweigische Oberjägermeister von Langen. Fürstenberg liefert bis heute kostbares Porzellan in alle Welt. In dem Renaissanceschloss ist heute ein Porzellanmuseum eingerichtet, in welchem man Kostbarkeiten aus der nun mehr 260jährigen Produktionszeit betrachten kann.

Auf Ihrer Wanderung streifen Sie Godelheim. Der kleine Weserort wurde erstmals urkundlich im Jahre 822 unter dem Namen „Gudolomo“ erwähnt. Ein Urnenfeld mit Steinkranzgräbern auf der „Sandwäsche“ bei Godelheim weist darauf hin, dass diese Gegend schon in der späten Bronze- und frühen Eisenzeit besiedelt war. Hier besiegte Karl der Große im Jahre 775 die Sachsen. In den Jahren 965 bis 985 wurde in dem Ort unter Abt Ludolf von Corvey eine Kirche gebaut. Im Inneren der Kirche befindet sich ein romanischer Taufstein, sowie der barocke Altar von 1727. Die Erweiterung der Kirche in der jetzigen Form erfolgte 1963.

Ein weiterer interessanter Punkt sind die „Grundlosen“ - vermutlich eine Senke über Gips- oder Salzauslaugungen. Sie werden seit 1467 als Wasserlöcher (Kolk) beschrieben. In unmittelbarer Nähe (jetzt aufgeforstete Fläche) wird im 15. Jahrhundert ein Weidenbruch zum Rutenschneiden erwähnt. Die beiden großen Teiche rechts und links des Weges sind durch Sand- und Kiesabbau während der letzten 40 Jahre entstanden und heute Pachtgewässer des Angelvereins. Der Graben rechts neben dem Wanderweg und die Kalkschotteraufschüttungen wurden 2006 angelegt. Sie sollen als Ersatzbiotop für seltene Amphibien dienen. Der Graben hat auch noch eine weitere Funktion. Er soll zur Beruhigung der Uferzonen beitragen. 

Auf dem weiteren Weg lohnt ein Abstecher zur Barbaraquelle. Diese wurde im Jahre 1906 eher zufällig erschlossen. Ursache war der Versuch eines Bergbauunternehmens, Kalilagerstätten, welche in der Weserniederung vermutet wurden, zu erschließen. Bei den Bohrarbeiten sprudelte plötzlich stark radiumaktives Wasser hervor. Verschiedene Firmen, zuletzt die deutsche Siedlungs- und Kreditanstalt versuchten, das Wasser nutzbar zu machen. Jedoch ohne Erfolg. 1935 ging die Quelle in das Eigentum der Stadt Höxter über und geriet durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Vergessenheit. Als Prof. Dr. Dittmar Bürgermeister von Höxter war, gab es einen neuen Versuch, das Wasser in der Weserberglandklinik in der Hydrotherapie  zu nutzen. Auch diese Idee scheiterte. Letztmalig wurde die Quelle im Mai 1997 reaktiviert, um bereits nach wenigen Tagen endgültig verschlossen zu werden, da sich keine sinnvolle Nutzung abzeichnete. Die heilige Barbara gilt als Schutzheilige der Bergleute. Offensichtlich hat das Bohrteam 1906 der Quelle den Namen ihrer Schutzheiligen verliehen.

Der Taubenborn wurde als Wasserquelle erstmalig in einer Urkunde des Jahres 1371 erwähnt. Der Corveyer Abt Bodo verkaufte eine der Abtei gehörende Wiese an die Stadt Höxter. Die Wiese lag „in der Kolcht“ (Kolk) unter dem „Segenberghe“ (Ziegenberg), die auf den „Duvenborn“ (Taubenborn) stößt. Die Quelle wurde von dem dort weidenden Vieh genutzt. Als das links der Anlage gelegene Forsthaus erbaut wurde, (1920-1928) muss die Anlage bereits ihr heutiges Erscheinungsbild gehabt haben. Die Sandsteingrotte sowie die beiden Linden gehen vermutlich auf die Initiative des damaligen Verschönerungsvereins (um 1900) zurück. 

Der Südhang des Ziegenberges ist mit 50 Hektar Fläche seit 1930 eines der ersten Naturschutzgebiete Westfalens. Auf den Kalkschotterflächen wachsen Graslilie, Zypressenwolfsmilch, Heilwurz, Rosskümmel und viele seltene Orchideenarten. Besonders wertvoll sind die alten Eibenbestände. Zeitweilig floss die Weser am diesseitigen Abhang entlang und grub sich in das weiche Rötgestein ein. Dies hatte zur Folge, dass der untere Muschelkalk unterspült wurde. So konnten sich im Verlauf mehrerer Bergstürze die Rabenklippen bilden.

outdooractive.com User
Autor
Andrea Meffert
Aktualisierung: 11.11.2015

Schwierigkeit
leicht
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
102 m
Tiefster Punkt
89 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Tourist- und Kulturinformation Höxter.
Telefon: 05271 19433
E-Mail: info@hoexter-tourismus.de
Internet: http://www.hoexter-tourismus.de

Start

Weserbrücke Höxter (89 m)
Koordinaten:
Geographisch
51.772965, 9.382646
UTM
32U 526401 5735856

Wegbeschreibung

Start an der Weserbrücke > R 99 (Weserradweg) vorbei an der Freizeitanlage Höxter-Godelheim folgend bis zur Brücke Nethemündung (Schloss Fürstenberg auf dem Kathagenberg) >vor der Brücke rechts Richtung Godelheim > auf Höhe Bundesstraße nach rechts wenden > Querung der Bundesstraße in Höhe der Verkehrsinsel > wieder rechts, bis zu einem links abbiegenden Wirtschaftsweg > nach unterlaufen der Bahnlinie nach rechts in den Bruchweg > Sie erreichen die Grundlosen-Taubenborn > dem Weg folgen, bis zu einer ausgebauten Teerstraße > hier Möglichkeit zum Abstecher nach links zur Barbaraquelle: am Ende des Fichtenbestandes vor einer Viehweide nach links in den Feldweg > nach wenigen Metern linksseits Betonröhre mit entsprechender Abdeckung > dann zurück zum Hauptweg > gleich hinter der Informationstafel nach rechts, der Asphaltstraße folgend, zum Forsthaus Taubenborn mit Quelle > auf der Asphaltstraße bis zur Bundesstraße 64/83  und Bahnübergang >hier Querung der Straße >unmittelbar hinter der Schranke nach links in den Weg einbiegen, der zur Freizeitanlage Höxter-Godelheim führt > an der Freizeitanlage vorbei zum R 99 (Weserradweg) > nach links wendend zurück zum Ausgangspunkt Weserbrücke

Öffentliche Verkehrsmittel

Bahnhof Höxter, Haltestelle Höxter-Rathaus

Anfahrt

Aus dem Norden:
BAB 7 Hamburg-Hannover, BAB 2 Richtung Bielefeld, Abfahrt Lauenau, über die B 83 und B 64 nach Höxter

Aus dem Süden:
BAB 7 bis Hann. Münden, über die B 80 und B 83 entlang der Weser nach Höxter

Aus dem Westen:
BAB 44 Dortmund-Kassel
BAB 33 bis Anschlussstelle Paderborn Zentrum, über die B 64 nach Höxter

Aus dem Osten:
Berlin, BAB 2 Braunschweig-Salzgitter
BAB 7 Richtung Kassel bis Abfahrt Seesen, B 64 nach Höxter

Parken

Floßplatz Höxter
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad


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Schwierigkeit
leicht
Strecke
10,5 km
Dauer
2:30 h
Aufstieg
23 hm
Abstieg
23 hm
kinderwagengerecht Rundtour Einkehrmöglichkeit familienfreundlich botanische Highlights faunistische Highlights

Statistik

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